Smartphone vs. DSLR

Smartphone vs. DSLR

Schon des öfteren bekam ich zu hören, das immer mehr Fotografen, von der Spiegelreflexkamera auf ihr Smartphone umgestiegen sind und nahezu ausschließlich nur noch mit Ihrem Smartphone fotografieren.

Unbestritten ist die Tatsache, das die Kameras und Linsen welche in modernen Smartphones verbaut sind, immer besser werden und die fotografischen Ergebnisse sich auch nicht mehr zu verstecken brauchen.

Aber ist es wirklich so, das die Smartphones auch diese Branche einkassieren? Genauso wie bei den MP3-Playern, den transportablen Navigationsgeräten oder herkömmlichen Handys.

Dieser Artikel möchte sich einer Antwort auf eine nichtkonventionelle Art und Weise annähern.

Smartphone vs. Spiegelreflexkamera

Stellen wir uns doch einmal vor das unsere DSLR gegen unser Smartphone in einem Boxkampf, gegeneinander antreten müssten.

Eine Boxarena tausende jubelnde Zuschauer, die Stimmung ist aufgeheizt. Der Ringrichter kündigt die beiden Kontrahenten an.

Zuerst wird der Herausforderer, das Smartphone angekündigt. „Meine Damen und Herren, Hier kommt er, der Killer zahlreicher Branchen und Weltveränderer, mit dem klaren Ziel, seinen Gegner auch diesmal zu besiegen und in die Bedeutungslosigkeit zu verbannen.“ Aggressive Musik ertönt und dann kommt er siegesicher und selbstbewusst streckt er die Faust in die Luft. Er betritt den Ring und geht in die rechte Ecke.
Das Publikum jubelt und wird ekstatisch.

Danach wird der Titelverteidiger, die Spiegelreflexkamera angekündigt. „Und nun meine Damen und Herren, kommt der Titelverteidiger um seinen Herausforderer in die Schranken zu weisen.“ „ Laute aber eher angenehme Musik ertönt. Ganz ruhig und entspannt betritt die Spiegelreflexkamera den Ring und geht in die linke Ecke. Das Publikum begrüßt begeistert den Titelverteidiger.

Let’s get ready to rumble“ Das wird ein Kampf über 10 Runden, Wer wird diesen Kampf gewinnen, Wer wird als Sieger hervorgehen.

Runde 1:

Die Glocke ertönt und der Kampf beginnt. Die 1. Runde soll klären, wie sich die Beiden im normalen Alltag bewähren, wie Alltagstauglich sind sie und wie sieht es mit dem Gewicht aus.

Das Smartphone greift übermotiviert an und kann gleich einige erfolgreiche Treffer landen. Das Publikum ist verblüfft, denn Die Spiegelreflexkamera tut sich sehr schwer in dieser Runde. Und so kommt es das, dass diese Runde an „Das Smartphone“ geht., hier sind sich die Ringrichter einig.

Gewichtsmässig ist die DSLR auf Grund der Technik und Objektive ein Schwergewicht und bringt je nach Modell und Objektiv von 500 Gramm bis mehrere Kilogramm auf die Waage. Das Smartphone dagegen ist klein leicht und wiegt nur ein paar 100 Gramm. Bequem lässt es sich in jeder Jacken- und in den meisten Hosentaschen transportieren. Eine DSLR ist da natürlich etwas sperriger und unhandlicher.

Runde 2:

Runde 2 steht ganz im Dienste der Handlichkeit und Bedienbarkeit. Jetzt ist die DSLR am Zug und landet einen heftigen Aufwärtshaken. Unser Smartphone stürzt zu Boden, steht aber nach kurzer Zeit wieder auf.

So wie es aussieht, dürfte hier unsere DSLR die besseren Argumente haben. Eine Kamera liegt auch wenn das Gewicht höher ist, einfach besser in der Hand und lässt sich über die Einstellräder und Knöpfe intuitiver und bequemer bedienen.

Beim Smartphone dagegen lassen sich Einstellungen usw. nur über die App bzw. die Software aufrufen. Das Smartphone liegt auch nicht gut in der Hand und lässt sich mit Handschuhen gar nicht bedienen.

Die Ringrichter stimmen ab und sind sich im Großen und Ganzen einig. Das hier die DSLR einfach die besseren Argumente hatte. Dieser Punkt geht dann an die Spiegelreflexkamera.

Runde 3:

Wie schlagen sich die beiden Kontrahenten bezüglich Speicher und Akkulaufzeit?

Das ist unsere nächste Frage, welche im Duell gegeneinander ausgetragen wird. Das Smartphone aktiviert all seine Akkupower und mobilisiert seine Kräfte. Da es aber nicht nur die Kamerafunktion sicherstellen muss, sondern auch noch eine Vielzahl andere Aufgaben zu erledigen hat. Geht die Akkulaufzeit schnell in die Knie, auch der Speicher wird von eine Vielzahl von Apps und Programmen in Beschlag genommen. Akkus und Speicher lassen sich in der Regel nicht so einfach austauschen.

Triumphierend lässt die DSLR einige Fauststöße auf das Smartphone einprasseln, das versucht die Deckung hochzuhalten, da aber die Akkuleistung schon etwas schwach ist. Gelingt ihr dies eher schlecht als Recht.

Die DSLR hat hier die Nase klar vorn. Ein guter Fotograf hat immer Wechselakkus und auch Wechsel-Speicherkarten mit dabei. Somit ist es möglich, stundenlang zu fotografieren und tausende Bilder zu machen.

Das Urteil der Ringrichter ist auch hier eindeutig. Bezüglich Akkulaufzeit und Speicherkapazität ist die Spiegelreflexkamera dem Smartphone klar überlegen.

Runde 4:

Beide Kontrahenten haben sich in ihrer Pause verarzten lassen und noch etwas getrunken. Der Gong ertönt und die beiden treffen wieder im Ring aufeinander.

Die 4. Runde steht im Zeichen von Zoom und Wechselobjektiven
Auf Grund der schmalen Bauart und dem Wunsch der Kunden entsprechend haben Smartphones in der Regel eine glatte Rückseite ohne Ausbuchtung für die Linse. Bauartbedingt lassen sich somit im Prinzip nur schmale Linsen verbauen, die im Endeffekt nur Festbrennweiten sind. Einen optischen Zoom gibt es derzeit noch nicht. Smartphones versuchen dieses Manko mit Software und digitalen Zoom aus der Welt zu schaffen. Dies gelingt ihnen aber mehr schlecht als Recht. Das Objektiv lässt sich auch nicht wechseln. Es gibt zwar Aufstecklinsen, diese erledigen ihren Job aber auch mehr schlecht als Recht.

Dagegen die DSLR, die es ermöglicht auch weit entfernte Menschen, Tiere und Objekte möglichst nah heranzuzoomen und scharfe Bilder zu schießen. Zudem gibt es eine schier unendliche Auswahl an den unterschiedlichsten Objektiven. Für Weitwinkel, Zoom, Normalobjektive, Fisheye usw. Somit ist für jeden Geschmack was dabei.

Ein weiterer Rundensieg für die DSLR

Runde 5:

Der Gongschlag ertönt und die 5. Runde beginnt. Schlag folgt auf Schlag. Aber keiner greift so richtig an. Es geht in dieser Runde um die sofortige Bildbearbeitung um Sharing, Facebook und Instagram.

Wie einfach lassen sich die gemachten Bilder beabeiten und gleich teilen?

Das Smartphone kann jetzt plötzlich einige schwerwiegende Treffer landen, das Publikum steht jubelnd auf den Rängen.

Ganz klar hier kann die DSLR noch nicht mithalten. Höherwertige Modelle lassen sich zwar über WLAN mit dem Laptop oder Smartphone koppeln und somit ist die drahtlose Bildübertragung möglich. Eine direkte Bildbearbeiung ist aber auf den meisten DSLR noch nicht möglich, genauso wenig wie direktes Teilen und Sharing.

Die Glocke läutet die Pause ein. Taumelnd wankt die DSLR in ihre Ecke um etwas trinken und sich verarzten lassen.

Klarer Rundensieg für unser Smartphone. Denn Bildbearbeitung über Apps, das Teilen in sozialen Netzwerken und der direkte Bildversand bzw. das Hochladen in Clouds und Bildercommunities ist problemlos möglich, theoretisch immer und überall, sofern eine drahtlose Verbindung zum Internet besteht.

Runde 6:

Gong. Die 6. Runde beginnt, diesmal geht es um die Frage, inwieweit manuelle Einstellungen möglich sind. Unser Schwergewicht schlägt zu, einmal, zweimal, das Smartphone kann kaum noch seine Deckung halten.

Sicherlich gibt es bei einigen Fotohandys und diversen Fotoapps schon eine Menge Einstellmöglichkeiten. Doch diese sind oftmals nur softwaremässig simuliert, da ein Smartphone gar nicht die technische Ausstattung mitbringt. Stichwort Blende, Zoom usw.

Die DSLR dagegen bietet eine solche Vielzahl an Möglichkeiten, welche auch sehr kreativ genutzt werden können. Ganz klar das hier jedenfalls derzeit noch kein Smartphone der Welt mithalten kann.

Diesen Rundensieg holt sich also auch unsere DSLR.

Runde 7:

Runde 7 beide Kontrahenten werden jetzt langsam müde, es fällt ihnen schwerer eine gute Deckung zu halten und die Schläge des Gegners abzuhalten bzw. zu parieren. Runde 7 soll klären. Wer kreativer ist und die Fotos macht, für die auch etwas Energie und Aufwand reingesteckt wurde.

Das Smartphone arbeitet überwiegend im Automatikmodus. Somit sind schnelle Fotos möglich. In letzter Konsequenz aber überwiegend schnelle Schnappschüsse. Instant-Bilder, die nur Appetit wecken aber nicht einen Hunger stillen können. Als würdest du versuchen Hunger mit Schokoriegeln zu stillen.

Dagegen die DSLR, die auf Grund des höheren Gewichtes ganz bewusst und zu bestimmten Zwecken mitgenommen wird. Über die Bilder macht sich der Fotograf sehr genaue Gedanken und hat in der Regel bevor er das Foto im Kasten hat, dieses bereits vor seinem geistigen Auge gesehen. Mit der DSLR werden die besseren und achtsameren Fotos gemacht.

Eine weiterer Punktsieg für die DSLR.

Runde 8:

Lassen sich Bilder im Nachgang noch bearbeiten. Inwieweit können hier Programme wie Fotoshop bzw. Fotoapps noch gute Dienste leisten? Das soll in Runde 8 geklärt werden.

DSLR-Kameras fotografieren im RAW Modus. Das bedeuted das die Bilder in der Regel dann noch am Computer entwickelt und nachbearbeitet werden. Der Mensch übernimmt die Bearbeitung und hat oftmals die besseren Ergebnisse.

Das Smartphone fotografiert dagegen in der Regel im jpg-Format. Das RAW-Format ist auf Grund der Größe der Bilder auch nicht wirklich zielführend für ein Smartphone, alleine schon auf Grund der Bildgröße, die schnell mal bei über 20 MB pro Bild liegt.

Auch dieser Punkt geht an die Spiegelreflexkamera.

Runde 9:

Das Publikum kann sich mittlerweile kaum noch in den Sitzen halten. Und ist begeistert. Runde 9 soll klären, wie Smartphone und DSLR mit schlechten Lichtverhältnissen klar kommen.

Das Smartphone kämpft und versucht sein Bestes zu geben, aber mit schlechten Lichtverhältnissen, ist es klar überfordert. Die Bilder weisen bei schlechten Lichtverhältnissen ein starkes Bildrauschen auf. Der Bildsensor in Smartphones ist relativ klein.

Die DSLR verfügt über einen wesentlich größeren Sensor und kommt wesentlich besser mit schlechten Lichtverhältnissen zurecht.

Ein weiterer Punktsieg für die DSLR.

Runde 10:

Die letzte Runde wird eingeläutet diesmal geht es um den Ausdruck in Postergröße oder als Leinwand. Mittlerweile hat das Smartphone nur noch eine Chance, den Kampf für sich zu entscheiden. Sieg durch KO. Ein Sieg nach Punkten ist in weite Ferne gerückt.

Das Smartphone ist wild entschlossen und stürzt sich auf die DSLR. Heftige Schläge prasseln auf die DSLR ein. Doch bereits nach kurzer Zeit verlassen dem Smartphone die Kräfte.

Auch diese Runde geht an die DSLR. Auf dem Smartphonedisplay schauen die geschossenen Fotos meistens ganz passabel aus. Sobald aber die Bilder am PC-Bildschirm betrachtet werden oder in groß ausgedruckt werden sollen, sind die Bilder vom Smartphone, dem der DSLR klar unterlegen.

Fazit:

Ein klarer Sieg nach Punkten für die DSLR. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist die DSLR noch dem Smartphone haushoch überlegen und das wird sicher auch noch eine gewisse Zeit so sein.

Für Schnappschüsse und als immer dabei Kamera, mit der die Schnappschüsse sofort geteilt werden können, ist das Smartphone das Mittel der Wahl.

Für schöne und qualitativ hochwertige Bilder ist die DSLR die wesentlich bessere Wahl.

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